Bundesamt für Statistik, Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren. 2019. Polizeiliche
Kriminalstatistik (PKS) – Jahresbericht 2018. Neuchâtel

Seit 2009 erhebt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) die polizeilich bekannt gewordenen Straftaten und nennt dabei auch die Beziehungen zwischen Opfern und Tatpersonen. Dadurch können Fälle häuslicher Gewalt gesondert ausgewertet werden. Die PKS versteht unter dem Begriff der häuslichen Gewalt:
„Anwendung oder Androhung von Gewalt unter Paaren in bestehender oder aufgelöster ehelicher oder partnerschaftlicher Beziehung, zwischen Eltern (auch Stief-/Pflegeeltern) und Kind oder zwischen weiteren
Verwandten.“

• Im Jahr 2018 kam es zu 18 522 Straftaten, die dem Bereich der häuslichen Gewalt zugerechnet werden konnten. Dies sind 38 % der für den häuslichen Bereich relevanten Straftaten.
• In 47,8 % der Fälle häuslicher Gewalt bestand zwischen geschädigter und beschuldigter Person eine Paarbeziehung; in 25,7 % der Fälle handelte es sich um eine ehemalige Partnerschaft.
•Der Anteil angezeigter häuslicher Gewalt von Eltern gegen Kindern oder von Kindern gegen die eigenen Eltern beträgt 16,5 %.
•Die häufigsten Straftaten stellten Tätlichkeiten (5724), Drohungen (4122), Beschimpfung (3265) und einfache Körperverletzungen (2122) dar.
•Jene Straftatbestände, welche im Zusammenhang mit Stalking häufig vorkommen, wurden in folgendem Umfang registriert: Beschimpfung (3265) und Missbrauch einer Fernmeldeanlage (604).
•Häufig wurden im Bereich Häusliche Gewalt auch schwerere Delikte wie Nötigung (778), Entführung und Freiheitsberaubung (128), Gefährdung des Lebens (113) und schwere Körperverletzung (84) erfasst.
Ebenso fällt die Zahl an versuchten (52) und vollendeten (27) Tötungsdelikten auf.
•Im Bereich der Sexualdelikte im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt wurden 393 sexuelle
Handlungen mit Kindern, 246 Vergewaltigungen und 193 sexuelle Nötigungen verzeichnet.

Die Weisse-Schleife.ch-Kampagne ist zutiefst besorgt über die neuen Statistiken, die zeigen, dass häusliche Gewalt seit 2018 wieder auf dem Vormarsch ist. Dies kann zum Teil durch die Bereitschaft der Frauen erklärt werden, immer mehr häusliche Gewalt anzuzeigen. Sie sind Opfer seit der #metoo Kampagne. Es zeigt auch, dass diese Statistiken die Spitze des Eisbergs sind und dass sie tatsächlich viel zahlreicher sind als die Zahlen angegeben von der Polizei.
Aus diesem Grund ist es unabdingbar, weiterhin zu mobilisieren und sich zu verpflichten: “Ich engagier mich, Gewalt an Frauen und Unendlich weder auszuüben,  noch zu tolerieren, noch schweigend geschehen zu lassen”. Sie können Ihr moralisches Engagement online abonnieren.

Quelle: https://bit.ly/2xaZmH7

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